Interview mit Buchreport zur digitalen Lehrmittelfreiheit

Dem Fachmagazin buchreport habe ich ein Interview zu Open Educational Resources sowie zur Verlegerplattform Digitale Schulbücher gegeben. Es ist in der Printausgabe und online erschienen.

Die Berliner SPD fordert eine digitale Lehrmittelfreiheit. Haben Sie schon böse Anrufe von Verlegern bekommen?

Nein, und ich sehe auch keinen Widerspruch. Überspitzt formuliert: Das Kerngeschäft von Verlagen ist die Qualitätssicherung von Bildungserzeugnissen, nicht das Abmahnen von Nutzern, die sich gegenseitig Schulbücher kopieren. In ihrem Kerngeschäft haben die Verlage mit ihren jahrzehntelangen Erfahrungen im Lektorat ein Alleinstellungsmerkmal. […]

Die Verlage verweisen auf die Etatkürzungen. Die Länder investierten zu wenig in Schulbücher, die Nachfrage nach digitalen Inhalten sei daher gering.

Natürlich ist das Bildungssystem in Deutschland chronisch unterfinanziert. Das betrifft nicht nur die Verlage, die Autoren und die wissenschaftlichen Beiräte, sondern alle Formen von Lernen und Bildung, Lehre und Forschung, also auch Universitäten. Ein anderes Problem auf nationalstaatlicher Ebene ist das Kooperationsverbot im Grundgesetz: Selbst wenn der Bund aktiv werden wollte und ein nationales Bildungsprogramm für digitale Lehrmittel auf den Weg bringen wollte, dürfte er das zurzeit nicht. […]

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